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Grundlagen Wasser

Nebelnetz

Wie man mit einem einfachen Netz Wasser aus Nebel gewinnt – die Physik hinter der chilenischen und peruanischen Praxis.

Nebelnetz — Illustration
SchwierigkeitAnfänger bis Fortgeschrittener (wegen des Rahmens)
Zeitaufwandhalber bis 1 Tag (Installation von Rahmen + Netz)
Kostenniedrig bis moderat, je nach Größe

Was ist das?

Passive Wassergewinnung aus Nebel mittels eines gespannten Netzes – eine Methode, Wasser in Regionen zu gewinnen, in denen Nebel häufig, aber Niederschlag selten ist.

Wofür ist es gut?

Es ist nützlich in Küstenwüstenregionen oder Gebirgsnebelzonen (z.B. die Atacama-Küste, Peru, Marokkos Anti-Atlas-Gebirge, Teile Südafrikas) – Orte, an denen die Luft oft neblig ist, aber selten Regen fällt.

Die Physik dahinter

Nebel besteht aus winzigen schwebenden Wassertröpfchen (typischerweise 1–40 Mikrometer Durchmesser), die vom Wind getragen werden. Wenn sie auf ein Netz mit der richtigen Faserstärke und Maschenweite treffen, können die Tröpfchen den Luftströmungslinien um die dünnen Fasern nicht folgen, kollidieren daher mit dem Netz (Trägheitsabscheidung), verschmelzen dort zu größeren Tropfen und laufen unter der Schwerkraft in eine Sammelrinne ab. Die Effizienz hängt von der Netzgeometrie (das Standard-Raschelnetz mit einem Beschattungskoeffizienten von etwa 35–50 % hat sich empirisch als optimal erwiesen), der Windgeschwindigkeit und dem Flüssigwassergehalt des Nebels ab.

Geschichte

Es ist eine traditionelle Praxis unter andinen und chilenischen Küstengemeinschaften, die jahrhundertelang beobachteten, dass Vegetation Wasser aus dem Nebel „kämmt“. Die moderne, technische Version wurde in Chile in den 1980er und 1990er Jahren (das Chungungo-Projekt) entwickelt und verbreitete sich ab 1999 international durch die kanadische gemeinnützige Organisation FogQuest.

Einfache Version

Eine einfache Doppelschicht Schattennetz, über einen Grundrahmen gespannt, senkrecht zur vorherrschenden nebeltragenden Windrichtung ausgerichtet, mit einer Sammelrinne entlang des unteren Randes.

Fortgeschrittene Version

Ein optimiertes Raschelnetz (etwa 35–50 % Beschattungskoeffizient, der empirisch den besten Ertrag liefert), standardisierte große Paneele („Großer Nebelsammler“, etwa 40 m²), wobei mehrere Paneele hintereinander installiert werden.

Industrielle Version

Netzwerke von Nebelsammlern, die kleine kommunale Wassersysteme speisen (z.B. einige Küstendörfer in Chile und Marokko), kombiniert mit Speicher- und Verteilungsinfrastruktur.

Selbstbau

Ein Trägerrahmen (Holz- oder Metallpfosten), das Netz straff gespannt, senkrecht zur vorherrschenden nebeltragenden Windrichtung ausgerichtet (standortspezifisch – erfordert lokale Windbeobachtung), und eine Sammelrinne entlang der Unterkante, die mit einem Speicherbehälter verbunden ist.

Häufige Fehler

  • Schlechte Ausrichtung relativ zur vorherrschenden Windrichtung
  • Ein Netz mit dem falschen Beschattungskoeffizienten (ein zu dichtes Netz reduziert den Luftstrom und die Abscheidung; ein zu dünnes Netz reduziert die Erfassung)
  • Unzureichende strukturelle Verstrebung – Windlasten können erheblich sein
  • Keine „Erstspülungs“-Filterung – Staub und Ablagerungen, die sich auf dem Netz ansammeln, können das zuerst gesammelte Wasser verunreinigen

Wie man misst

Ertragsmessung (Liter pro m² Netz pro Tag), korreliert mit Nebelfrequenz und Windgeschwindigkeitsaufzeichnung, plus grundlegende Wasserqualitätstests nach der Sammlung.

Videos

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Herunterladbares PDF

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Quellen

  1. FogQuest (kanadische gemeinnützige Organisation) – Dokumentation von Nebelsammelprojekten
  2. Chile – 'atrapanieblas'-Systeme (Alto Patache, Chungungo)